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Eine gute Therapeutin zu finden, die fachlich was auf dem Kasten hat und mit der man auch menschlich klarkommt, ist nicht immer ganz einfach. In den meisten Fällen gestaltet es sich sogar eher recht schwer. Aber die Suche kann sich auch lohnen. Um gleich mal das wichtigste vorweg zu nehmen:
Nicht aufgeben!
Und für alle die auf sowas Wert legen noch eine kleine Vorbemerkung: Ich spreche hier zwar immer von TherapeutINNEN, gilt aber alles genauso für die Suche nach einem männlichen Therapeuten. Viele Betroffenen können sich allerdings eher vorstellen mit einer Frau als mit einem Mann zu arbeiten. Da mir das genauso geht, hab ich beschlossen, hier immer die weibliche Form zu wählen.
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- Überlege dir vorab, ob du lieber mit einer Frau oder mit einem Mann zusammenarbeiten möchtest. Manchen dürfte die Entscheidung da sehr leicht fallen. Anderen wiederum ist es recht egal.
- Überlege dir, was für eine Therapie du machen möchtest. (Also Analyse, tiefenpsychologisch, Verhaltenstherapie oder "Sonderformen" wie DBT, Körpertherapie, etc.) Vielleicht hast du mit dem ein oder anderen schon positive/negative Erfahrungen gemacht?
- Überlege dir, wie weit du bereit bist zu fahren. Das legt den Umkreis fest, in dem du suchst. Für eine gute Therapeutin lohnt es sich, auch längere Fahrten in Kauf zu nehmen! Bedenke aber auch, dass Therapiesitzungen anstrengend sein können und du anschliessend wieder gut und sicher nach Hause kommen musst.
- Suche nach Adressen von Therapeutinnen. Am besten lass dir welche empfehlen.
- Falls du Freunde/Bekannte hast, die bereits Therapieerfahrungen haben, frage sie nach Empfehlungen. Bedenke aber auch, dass es problematisch sein kann, wenn Freunde bei der selben Therapeutin in Behandlung sind.
- Falls du bereits in psychiatrischer Behandlung bist, frage deine Psychiaterin nach Therapeuten, die sie dir empfehlen kann.
- Frage bei Beratungsstellen nach Therapeutenlisten. Gerade Beratungsstellen, die mit dem Thema sexualisierte Gewalt zu tun haben, haben oft (kommentierte) Listen von Therapeutinnen, die sich auf dem Gebiet auskennen.
- Frage deinen Hausarzt nach Adressen.
- Suche im Internet nach Adressen. Gute Seiten dafür sind die Therapeutensuche der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung, www.psychotherapiesuche.de und Emdria. Bei den ersten beiden kann man nach Schwerpunkten suchen, Emdria ist der Fachverband für EMDR-Behandlung (Verfahren zur Traumabearbeitung) - die Leute dort auf der Liste wissen also zumindest alle schonmal was so ein Trauma überhaupt ist.
- Wenn sonst nichts mehr hilft, nimm dir das Telefonbuch oder die Gelben Seiten zur Hand und telefonier dich dort durch.
- Lass dich nicht entmutigen und gib nicht auf!
- Nimm dir etwas Zeit und telefoniere dich durch deine Liste durch. Notier dir die telefonischen Sprechzeiten, falls du niemanden erreichst und diese auf dem Anrufbeantworter genannt werden. Ansonsten quatsch auf den Anrufbeantworter und bitte um Rückruf (nicht vergessen, deine Nummer anzugeben!) Notier dir auf deiner Liste, wem du wann auf den AB gesprochen hast - man verliert sonst leicht mal den Überblick.
- Wenn du endlich eine Therapeutin an der Strippe hast, sag gleich um welches Thema es bei dir geht und frag nach, ob sie sich damit auskennt und damit arbeitet. Das erspart unnötige Enttäuschungen beim Erstgespräch.
- Frag nach, ob du ggf. zeitnah ein Erstgespräch bekommen könntest. Lass dich nicht abschrecken, wenn die dir da was von ewigen Wartezeiten erzählen. Ein Erstgespräch dürfte trotzdem oftmals auch deutlich früher schon möglich sein. Woher soll man schliesslich wissen, ob man sich überhaupt auf die Warteliste setzen lassen will, wenn man nichtmal weiss, ob man mit der Therapeutin klarkommt.
- Frag nach, ob die Therapeutin eine Kassenzulassung hat. Das sagt zwar nichts über die Fähigkeiten aus, aber ohne Zulassung musst du in so gut wie allen Fällen die Kosten für die Therapie selber tragen. Überleg dir gut, ob du dir das leisten kannst.
- Lass dich nicht entmutigen und gib nicht auf! Die allermeisten Therapeutinnen haben lange Wartezeiten. Direkt einen festen Therapieplatz zu bekommen, ist wie ein Sechser im Lotto. Lass dich nicht entmutigen, wenn dir gesagt wird, dass die momentan nichtmal mehr eine Warteliste haben. Such weiter!
- Falls die Therapeutin nicht mit dem Thema arbeiten kann/will oder endlos lange Wartezeiten hat, frag nach, ob sie dir jemand anders empfehlen kann. Viele Therapeuten kennen sich untereinander und wissen oft, wer auf welchem Gebiet arbeitet.
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- Versuche auch im Erstgespräch so klar wie möglich zu sagen, was du dir von so einer Therapie erhoffst und frag nach, ob die Thera sich vorstellen kann, das mit dir zu erarbeiten.
- Frag ruhig nach, inwieweit die Therapeutin schon Erfahrung auf dem Gebiet hat. Frag ggf. auch nach ihrer Ausbildung und/oder ob sie regelmäßig Fortbildungen macht.
- Frag ruhig auch nach den Rahmenbedingungen in der ersten Stunde: Also wie lange geht so eine Sitzung, wie oft sind die Kontakte, was passiert wenn du mal nicht kommen kannst, wie lange vorher musst du absagen, wie schaut es in Krisen mit Telefonkontakt aus, etc. ?
- Lass dir ruhig auch ausführlich die Formalitäten erklären. Also wie das mit der Kostenübernahme aussieht, wie das Prozedere ist, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Falls du privat zahlst, frag nach der Höhe der Gebühren.
- Falls vorhanden, kann es auch sinnvoll sein, der neuen Therapeutin am Anfang eigene Klinik-/Arztberichte auszuhändigen. In denen steht meist schon einiges grob drin, erspart einem manches zu erzählen.
- Erzähle der Therapeutin generell nur, was DU willst. Lass dich zu nichts drängen! So eine Therapeutin hat deine Grenzen zu achten!
- Achte gut darauf, wie die Therapeutin mit dir umgeht. Fühlst du dich ernst genommen? Begegnet sie dir respektvoll? Fühlst du dich verstanden? Lässt sie dich ausreden?
- Achte auf dein Bauchgefühl! Wenn irgendwas in dir die Frau unsympathisch findet, ist es vermutlich nicht die richtige für dich. (Ausser es ist eher so ein allgemeines "Hilfe-Therapie-ich-will-das-alles-nicht"-Gefühl.)
- Stell der Therapeutin ruhig auch ein paar Fragen. Im Grunde kannst du alles fragen, was dir wichtig ist bzw. du gerne wissen möchtest. Die Therapeutin sollte dir deine Fragen ruhig und sachlich beantworten. Wenn sie etwas nicht beantworten kann/will, sollte sie kurz erklären warum (zb. weil deine Frage nach der Schuhgröße ihrer Mutter ein bisschen arg ins persönliche geht )
- Lass dich nicht dazu drängen, einen zweiten Termin zu machen. Überleg es dir zu Hause in Ruhe und meld dich dann nochmal in der Praxis (egal wofür du dich letztendlich entscheidest ).
- Hast du nach den 5 probatorischen Sitzungen das Gefühl, dass du der Therapeutin genügend vertrauen kannst? Bzw. hast du das Gefühl, dass genügend Vertrauen wachsen kann?
- Wenn du dich irgendwie "komisch" behandelt fühlst in den probatorischen Sitzungen - sprich es an! Vielleicht ist es nur ein Missverständnis. Vielleicht aber auch ein Zeichen dafür, dass ihr wirklich nicht miteinander klarkommt.
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(myra)
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