Psychopharmaka sind Medikamente, die in den Gehirnstoffwechsel eingreifen und so über die körperliche Ebene das psychische Befinden verändern können.
Man unterscheidet dabei vier Gruppen von Psychopharmaka:
Allen gemeinsam ist, dass sie biochemische Vorgänge im Gehirn beeinflussen.
Die einzelnen Nervenzellen kommunizieren untereinander über sogenannte Neurotransmitter. Das sind Botenstoffe im Gehirn, deren Menge bzw. Verfügbarkeit beeinflusst, ob man z.B. eher ausgeglichen oder nervös ist, eher niedergeschlagen oder gehobener Stimmung, etc. Psychopharmaka greifen in dieses System ein, indem sie versuchen, die Menge bestimmter Botenstoffe zu verändern.
Antidepressiva sind Medikamente, die stimmungsaufhellend wirken. Einige dieser Mittel wirken gleichzeitig auch ängstlösend. Die meisten Antidepressiva haben ausserdem entweder eine antriebssteigernde oder sedierende Wirkung.
Antidepressiva greifen dabei zumeist in den Stoffwechselhaushalt der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und/oder Dopamin ein, indem sie über verschiedene Wirkmechanismen versuchen, die Menge bzw. die Verfügbarkeit eines oder mehrerer dieser Botenstoffe zu erhöhen.
Die stimmungsaufhellende Wirkung von Antidepressiva setzt erst nach einer gewissen Zeitspanne der regelmäßigen Einnahme ein. Je nach Präparat können das zwischen zwei bis vier Wochen sein. Dies liegt daran, dass im Körper erst ein gewisser Pegel der Wirkstoffe erreicht werden muss, bevor eine Wirkung spürbar ist. Die sedierende oder antriebssteigernde Wirkung hingegen ist oft deutlich früher bemerkbar.
Gerade zu Beginn einer medikamentösen Behandlung kann es auch bei Antidepressiva zu Nebenwirkungen kommen. Oft lassen diese Nebenwirkungen nach einigen Tagen aber wieder nach. Um diese ungewünschten Wirkungen möglichst gering zu halten und dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich langsam an das Medikament zu gewöhnen, werden Antidepressiva meist eingeschlichen. Das heisst, dass man die Einnahme mit einer relativ geringen Dosis beginnt und diese nach und nach auf eine therapeutisch wirksame Dosis steigert.
Antidepressiva machen nicht süchtig!
Dennoch kamm es beim abrupten Absetzen des Mittels zu sogenannten Absetzerscheinungen kommen. Dies sind unerwünschte Wirkungen, während sich der Körper auf die neue Situation umstellt. Um diese Absetzerscheinungen zu vermeiden, sollten Antidepressiva in der Regel ausgeschlichen werden, d.h. die Dosis sollte nach und nach verringert werden.
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Neuroleptika sind Medikamente, die antipsychotisch und sedierend wirken. Sie werden vor allem bei Psychosen eingesetzt, aber auch bei der Behandlung von Unruhezuständen und Schlafstörungen haben sie sich als sehr hilfreich erwiesen.
Neuroleptika greifen dabei in den Stoffwechselhaushalt des Neurotransmitters Dopamin ein, indem sie ihn hemmen.
Die Wirkstoffe werden eingeteilt in schwach wirksame (niederpotente) und stark wirksame (hochpotente) Neuroleptika.Schwach wirksame Neuroleptika wirken weniger antipsychotisch, sondern sind vor allem sedierend und dämpfend. Stark wirksame Neuroleptika dagegen machen weniger müde, wirken dafür mehr antipsychotisch.
Bei Einnahme gegen Unruhezustände oder Schlafstörungen tritt die Wirkung schon kurze Zeit nach erstmaliger Einnahme ein. Neuroleptika eignen sich daher auch als Bedarfs-Medikation. D.h. dass der Patient das Medikament nicht regelmäßig einnimmt, sondern nur dann, wenn die Notwendigkeit dazu besteht. Dabei kommen zumeist niederpotente Neuroleptika zum Einsatz.
Bei Psychosen dagegen ist eine regelmäßige und langfristige Einnahme vonnöten und auch bei Symptomfreiheit wird das Präperat oft noch in einer niedrigen Dosierung weitergenommen, um einem weiteren psychotischen Schub vorzubeugen.
Wie auch bei allen anderen Medikamenten kann es auch bei Einnahme von Neuroleptika zu Nebenwirkungen und/oder Wechselwirkungen mit anderen Präparaten kommen.
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Benzodiazepine sind Medikamente, die beruhigend, angstlösend und muskelentspannend wirken. Sie werden daher vorrangig bei Angst- und Unruhezuständen sowie bei Schlafstörungen verordnet.
Benzodiazepine erhöhen dabei die Wirksamkeit des Neurotransmitters GABA, was zu einer geringeren Erregbarkeit der Nervenzellen führt.
Benzodiazepine haben ein hohes Suchtpotential!
Schon nach kurzer Zeit der regelmäßigen Einnahme können sie abhängig machen. Benzodiazepine sollten daher immer nur für möglichst kurze Zeit und in möglichst geringer Dosis eingenommen werden. Bei bekanntem Suchtmittelmissbrauch in der Vergangenheit ist besondere Vorsicht angebracht und falls möglich, sollte ganz auf den Einsatz von Benzodiazepinen verzichtet werden.
Wie bei allen anderen Medikamenten, kann es auch bei Einnahme von Benzodiazepinen zu Nebenwirkungen und/oder Wechselwirkungen mit anderen Präparaten kommen. Besonders häufig tritt Benommenheit und/oder Schläfrigkeit auf, die oft allerdings auch erwünscht ist. Gerade zu Beginn einer Behandlung mit Benzodiazepinen ist also besondere Vorsicht bei der Teilnahme im Straßenverkehr vonnöten.
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Phasenprophylaktika bzw. Stimmungsstabilisatoren sind Medikamente, die besonders bei Bipolaren Störungen eingesetzt werden und das Risiko einer erneuten Krankheitsphase verringern sollen. Auch bei sehr starken Stimmungsschwankungen, wie sie z.B. im Rahmen einer Borderline-Persönlichkeits-Störung auftreten können, werden diese Medikamente eingesetzt. Sie sollen, wie der Name schon sagt, die Stimmung stabilisieren und verringern das Risiko manischer oder depressiver Zustände.
Bei Stimmungsstabilisatoren gibt es vier verschiedene Wirkstoffe: Lithium, Carbamazepin, Valproinsäure und Lamotrigin. Die genaue Wirkweise dieser Stoffe ist bislang noch nicht geklärt.
Wie bei allen anderen Medikamenten kann es auch bei der Einnahme von Phasenprophylaktika zu Nebenwirkungen und/oder Wechselwirkungen mit anderen Präparaten kommen.
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(myra)